Über mich

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Hallo, schön, dass du da bist. Du möchtest mehr ĂŒber mich wissen? Na gut 😉

Ich bin Susanna, geboren 1970 in Cottbus, im Osten der Republik.

Mutter Lehrerin, Vater Ingenieur und sehr interessiert am Erkunden anderer LÀnder. 

Es war ja nicht ganz so einfach, aus der DDR die Welt zu bereisen, so arbeitete er eben im Ausland. 

Wir lebten zum Beispiel zwei Jahre in der Mongolei.

Allerdings war ich noch klein und habe eher diffuse Erinnerungen. Diese vermischen sich mit gefĂŒhlten 10.000 Fotos, deren Erstellung immer seeeehr lange gedauert hat. (DARAN erinnere ich mich noch 😂) An die JĂŒngeren unter euch: Fotografiert wurde auf richtigen Filmen, die entwickelt wurden und zu Papierfotos oder Dias wurden - da musste das Foto sitzen, sonst wurde es teuer 🙄.

Na jedenfalls standen wir immer ziemlich lange in der Gegend herum, bis mein Vater sÀmtliche Kameraeinstellungen zu seiner Zufriedenheit eingerichtet hatte.

Ich verbrachte dann noch ein Jahr im deutschen Kindergarten und dann ging’s in die Schule. 

Ich muss sagen, ich war gern in der Schule. Obwohl unsere BĂŒcher eher schwarz-weiß waren, es keine ArbeitsblĂ€tter oder Arbeitshefte gab, hat mir der Unterricht Spaß gemacht (außer Sport - das ging gar nicht und singen ist auch keine StĂ€rke von mir)

Sehr gern mochte ich Werken und Nadelarbeit . Jede Woche zwei Stunden wurde mit Holz, Papier oder anderem gearbeitet, wir lernten Socken stopfen, Knöpfe annÀhen und durften spÀter auch mit der NÀhmaschine arbeiten.

Gebastelt habe ich schon als Kind sehr viel. Kennt ihr noch diese Knete, die man backen musste? Suralin hieß sie. Daraus habe ich kleine Broschen gebastelt mit BlĂŒten drauf, die ich meiner Mutti schenkte. Ich glaube, sie hat sie sogar getragen 😉.

Hach und da fĂ€llt mir ein, ich war auch eine kleine Autorin. Zum DDR Wettbewerb „Messe der Meister von Morgen“ schrieb ich eine Geschichte ĂŒber SchlĂŒmpfe. Seitenlang - mit der Hand!

Zum Einreichen musste ich sie allerdings umbenennen (und alles nochmal schreiben). SchlĂŒmpfe gab’s in der DDR nicht! So wurden daraus ZipfelmĂ€nnchen 😂.  Ich durfte daraufhin sogar zu einem Ferien-Schreibkurs in die Tschechoslowakei fahren. Da muss es aber nicht so toll gewesen sein, denn das Schreiben hab ich nicht weiter verfolgt ;)

Als ich Ă€lter wurde, bekam ich eine Tret-NĂ€hmaschine von Singer und nĂ€hte mir viele Klamotten selber. Es gab in der DDR keine 120 verschiedenen LĂ€den fĂŒr Bekleidung, „West-Verwandschaft“ hatten wir auch nicht und da ich nicht so aussehen wollte wie alle anderen, blieb nur selber machen.

Das Faible dafĂŒr hatte ich sicher von meiner Mutti, die viel strickte. Ich erinnere mich an Strickhosen, die bei feuchtem Wetter immer lĂ€nger wurden 🙈 und die Sachen waren fast immer stachelig - brrrr!

Tja, was wurde aus mir?  

Ich hatte zwei Ideen: Lehrerin wie meine Mutti oder Fotografin. Letzteres konnte man nur mit Beziehungen werden und die hatten wir nicht - also: Lehrerin. FĂŒr Mathe, Deutsch uuuund
 wer hĂ€tte es gedacht: Werken 😉.

Gleich zu Beginn meines Studiums suchte und fand ich einen Nebenjob als Kellnerin und arbeitete in einer TanzgaststĂ€tte mit angeschlossenem CafĂ©. Ich hab das echt gerne gemacht, obwohl die alteingesessenen sich immer ĂŒber mich lustig machten. Ich trank weder Kaffee noch Alkohol und geraucht hab ich auch nicht. Das ging ja ihrer Meinung gar nicht. 

Nach meinem ersten mehr oder weniger erzwungenen Kaffee (ohne den hĂ€tte ich an diesem Tag meine geliebte SchwazwĂ€lder Kirschtorte nicht bekommen) klapperte das Geschirr auf meinem Tablett jedoch so stark, dass sie der Meinung waren, ein KrĂ€uterlikör wĂŒrde das Dilemma auflösen. Na ja - danach ging ich nach Hause, denn mir war kâ€ŠĂŒbel und das Thema damit erledigt 😂. Ich trinke heut noch keinen Kaffee, rauche nicht und außer Pina Colada schmeckt mir kein Alkohol.

Zum Ende meines Studiums ĂŒberraschte uns die Wende. Plötzlich fehlten an allen Stellen Lehrer und so durfte ich mit einigen anderen ein halbes Jahr frĂŒher ins Berufsleben einsteigen.

Ich begann, ohne die ganz passende Ausbildung dafĂŒr, an einer Förderschule fĂŒr Lernbehinderte (so hieß das damals). Die Schule war in einem kleineren Ort, 25 km weiter und mit meinem Trabi samt neu erworbenem FĂŒhrerschein gondelte ich tĂ€glich hin und her.

Kurz darauf waren durch Umschichtungen zu viele Lehrer in den Grundschulen und alle durften nur noch zu 60% arbeiten. Ich hatte viel Zeit, verdiente wenig Geld, mein Trabi ging kaputt, also musste ein Nebenjob her.

Da kam die Anzeige „Taxifahrer gesucht“ gerade recht. Ich bekam den Personenbeförderungsschein finanziert und fuhr ab sofort nebenbei Taxi, am liebsten nachts 🙈. (Ich hoffe, meine MĂ€dels machen sowas mal nicht, ich wĂŒrde sterben vor Angst!!!) 

Das Unternehmen, fĂŒr das ich fuhr, hatte so wenig Leute, dass ich eine Zeitlang mit dem Taxi sogar zur Schule fahren durfte 😂. Das war natĂŒrlich klasse!

WÀhrend der Ferien kellnerte ich zusÀtzlich.

In dieser Zeit lernte ich meinen Mann kennen. Er hatte einen Musikladen und ich fuhr immer mit dem Taxi hin, um CDs zu kaufen. Als er mich eines Abends an meinem zweiten Nebenjob hinter der Bar sah, fragte er, was ich denn nun sei, Taxifahrerin oder Kellnerin. Meine Antwort: „Eigentlich bin ich Lehrerin“ hat ihm imponiert und zack - 19 Jahre spĂ€ter (mit fast schon erwachsenen Kindern) haben wir geheiratet 😂. Schade eigentlich, die diamantene Hochzeit werden wir wohl nicht erleben. Was hĂ€tte man da fĂŒr schöne Einladungen basteln können 😂.

Dann machte ich mal ne Weile nix spannendes nebenbei, aber das hielt nicht allzu lange an. Es kam fĂŒr kurze Zeit eine Kosmetiklinie (nicht Avon), aber das war irgendwie auch wie Lehrersein, da man immer wieder erklĂ€ren musste, warum dies und das bei der Hautpflege wichtig wĂ€re
 Dazu kamen wirklich penetrante Teamsitzungen nach dem Motto, hast du heute 2 Kunden, sind es morgen 10 und ĂŒbermorgen hast du die Million verdient - gefĂ€lligst!!!

Nee - nicht meins. 

Ach, BausparvertrĂ€ge hab ich auch mal verkauft - also genau einen - an mich selbst - den hab ich heute noch, denn so viele Zinsen gibt’s sonst nirgends 😂. Als dann zusĂ€tzlich noch völlig unsinnige Versicherungen verkauft werden „mussten“ war‘s das da fĂŒr mich. Ich glaub, das Intermezzo dauerte kein halbes Jahr.

Dann kam unsere Große zur Welt und in meinem Nagelstudio, das in einer kleinen sĂŒĂŸen Boutique betrieben wurde, bekam ich zufĂ€llig mit, dass keiner an den Samstagen arbeiten wollte. Ich schrie natĂŒrlich sofort „Hier, hier - ich will“ und was soll ich sagen - ich durfte in meiner Lieblingsboutique arbeiten, nebenbei eine Ausbildung zur Nageldesignerin machen und bekam sogar die Klamotten zum Einkaufspreis. Ihr könnt euch vermutlich denken, dass Geld nicht das war, was ich mit nach Hause brachte đŸ‘—đŸ§„.

Unsere Chefin war ne ganz liebe, die sogar mich als Pauschalkraft zum Einkaufen nach Berlin mitnahm. Und ohhh mein Gott, gegenĂŒber des Ladens, in dem sie gerade eine Bestellung machte stellte eine Kindersachenfirma ihre neue Kollektion aus. Unsre Große war noch kein Jahr und damals gab es echt keine schönen Kindersachen in den normalen LĂ€den. Also schlug ich erstmal zu. Das erste Set, das ich dort kaufte, hab ich heute noch 😂.

Tja, der Anblick dieser traumhaft schönen Klamotten lies mich nicht mehr los und als kurze Zeit danach eine Zweigstelle der Boutique geschlossen wurde, machte ich dort sechs Wochen spÀter meinen Kinderladen auf. 

Sehr blauĂ€ugig aber mit ganz viel Liebe und Begeisterung stĂŒrzte ich mich in unser neues  Abenteuer. Was war das immer fĂŒr eine Freude, wenn die großen Kartons mit den zauberhaften Klamotten kamen. Ich konnte mich richtig austoben beim Dekorieren und auch die Geschenkverpackungen fĂŒr die Kunden werkelte ich im Hinterzimmer selbst.

Dann aber mussten/konnten wir Lehrer wieder mehr arbeiten, auch Nachmittagsveranstaltungen kamen immer öfter dazu und da der Laden außer gut angezogener Kinder kaum etwas abwarf, wurde das Kapitel geschlossen. (So ein bisschen trauere ich heute noch 😔)

Dann kam wieder eine ruhigere Zeit, aber wieder musste ich feststellen: Nur Lehrer reicht nicht.

Wie kam es zum Werkeln mit Papier?

Zum Papier kam ich vor ĂŒber 25 Jahren ĂŒber die Bastelei von Fotokalendern. Die Kinder waren klein und ich glaube kaum jemand mit kleinen Kindern kommt an diesen Kalendern fĂŒr die Großeltern vorbei.

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